
Steuerkonformität Spanien 2026: Verifactu, NaTicket & B2B-Rechnung
Das Jahr 2026 wird ein entscheidendes Jahr für die Steuerkonformität und die elektronische Rechnungsstellung in Spanien sein – allerdings nicht zwangsläufig wegen kurzfristiger Fristen. Mit der Verschiebung von Verifactu und der fortschreitenden Entwicklung des „Crea y Crece“-Gesetzes sowie der B2B-E-Rechnung tritt das Ökosystem in eine neue Phase ein: Weniger Termindruck, dafür ein umso größerer Bedarf an technischer Klarheit, Planung und fundierten Entscheidungen.
Für Softwareentwickler und Anbieter, einschließlich ERP- und POS-Hersteller, ist 2026 das Jahr der Positionierung. Es ist der Moment, in dem sich entscheidet, wer 2027 mit einem soliden Fundament startet und wer improvisieren muss, sobald die Konformität nicht mehr optional ist.
Warum 2026 das Schlüsseljahr ist, um Ihre Rechnungssoftware für Spanien vorzubereiten
Die Kernbotschaft ist einfach: Nicht alles wird morgen zur Pflicht, aber alles bewegt sich in dieselbe Richtung. Spanien und Europa beschleunigen den Übergang zu Rechnungsmodellen, die zunehmend digital, rückverfolgbar und interoperabel sind.
In der Praxis bedeutet dies, dass die verschiedenen steuerlichen Anforderungen und E-Rechnungs-Vorschriften nicht mehr als separate Projekte betrachtet werden sollten, sondern als konvergierende Teile: Rückverfolgbarkeit, Datenkontrolle und automatisierte Compliance.
Für Anbieter von Rechnungssoftware läuft der Wettbewerbsvorteil auf eine sehr spezifische Frage hinaus: Ist Ihre Architektur für diese Konvergenz bereit?
Verifactu im Jahr 2026: Was weiterhin gilt und die Fristen für 2027
Nach der genehmigten Verlängerung wird Verifactu für Steuerpflichtige im Jahr 2027 verbindlich:
- 1. Januar 2027 für Körperschaftsteuerpflichtige (Impuesto sobre Sociedades).
- 1. Juli 2027 für alle übrigen Steuerpflichtigen.
Diese Änderung nimmt den unmittelbaren Druck, birgt aber auch ein Risiko, das wir bereits am Markt beobachten: das trügerische Gefühl, dass „noch viel Zeit bleibt“.
In Wahrheit ist 2026 das ideale Jahr, um in aller Ruhe voranzukommen. Entwickler und Anbieter, die dieses Zeitfenster nutzen, können ihre Integrationen stabilisieren und das Jahr 2027 ohne operativen Stress erreichen. Diese zusätzliche Zeit ermöglicht es Ihnen, mit mehr Kontrolle und weniger internen Unterbrechungen zu arbeiten – was besonders für kleine Technik-Teams oder Anbieter mit großem Kundenstamm wichtig ist.
Auch mit der Verschiebung bleibt der technische Rahmen hochrelevant: Bei Verifactu geht es nicht nur um den Datenversand. Es erfordert die Anpassung der Software an einen Anti-Betrugs-Ansatz, der auf Rückverfolgbarkeit und Datensatzintegrität basiert – Anforderungen, die für Softwareanbieter bereits seit Juli 2025 in Kraft sind.
NaTicket in Navarra: Was es ist und wie es Software und ERPs beeinflusst
NaTicket ist das Steuerkontrollsystem der Region Navarra. Es handelt sich um eine neue Regelung, die sich an den allgemeinen spanischen Fiskalisierungsansatz anlehnt und Ähnlichkeiten mit TicketBAI im Baskenland aufweist.
Für Softwareanbieter, die Kunden in mehreren autonomen Gemeinschaften betreuen, bedeutet dies: mehr Szenarien, mehr Ausnahmen und eine höhere operative Komplexität, wenn die Compliance fragmentiert gehandhabt wird.
In der Praxis verstärkt NaTicket eine klare Botschaft: Die Steuerkonformität in Spanien bewegt sich nicht in Richtung Vereinfachung, sondern in Richtung Multiplikation nach Territorien und Verpflichtungsarten. Daher ist die Herausforderung für viele Entwickler nicht mehr nur, wie sie eine einzelne Regelung einhalten, sondern wie sie verhindern, dass jedes regulatorische Update zu einem neuen technischen Großprojekt wird.
B2B E-Rechnung (Crea y Crece Gesetz): Was es für Ihre Software und Ihre Kunden bedeutet
Obwohl noch Unklarheit über den endgültigen Zeitplan und die Details der Umsetzung besteht, ist der Trend eindeutig: Die elektronische B2B-Rechnung wird zur Pflicht. Dies wird die Art und Weise, wie Unternehmen Rechnungen untereinander ausstellen und verwalten, grundlegend verändern.
Es geht hier nicht nur um das Digitalisieren von PDFs. B2B-E-Invoicing bedeutet das Arbeiten mit strukturierten Formaten, die Rückverfolgbarkeit des Lebenszyklus und des Rechnungsstatus sowie die tatsächliche Interoperabilität zwischen öffentlichen und privaten Plattformen.
Dies wird sowohl Unternehmen als auch Softwareanbieter direkt betreffen, da eine neue operative Ebene eingezogen wird: Über die reine Rechnungsstellung hinaus müssen Unternehmen künftig den gesamten Lebenszyklus einer Rechnung verwalten können.
Welche technischen Anforderungen bringt die B2B-E-Rechnung in Spanien? (Formate, Status & Rückverfolgbarkeit)
Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Ausstellung und Empfang strukturierter, interoperabler Rechnungen.
- Vollständige Rückverfolgbarkeit (Ausstellung, Übermittlung, Annahme, Ablehnung, Zahlung).
- Notwendigkeit, Buchhaltungs- und Verwaltungsabläufe stärker zu automatisieren.
- Fokus auf Prozesse, Daten und verifizierbare Statusmeldungen.
Für Softwareentwickler bedeutet dies: Es wird nicht mehr ausreichen, Systeme anzubieten, die lediglich Rechnungen generieren. Sie müssen vernetzte Systeme, Pflichtstatus und technische Konsistenz verwalten.
Die große Frage für 2026: Wie Sie Verifactu, NaTicket und B2B ohne separate Integrationen bewältigen
Dies ist der Wendepunkt, der entscheiden wird, welche Anbieter in den kommenden Jahren Marktanteile gewinnen.
Auf der einen Seite stehen die Anbieter, die weiterhin nur reagieren und Schicht um Schicht Flicken für jede neue Regelung hinzufügen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die das Jahr 2026 nutzen, um ein flexibles und skalierbares technisches Fundament zu bauen.
Hier liegt der Kernpunkt: 2026 geht es nicht nur um Anpassung. Es geht um die Vorbereitung auf die Konvergenz der Compliance. Denn die bevorstehende Kombination ist alles andere als einfach: Verifactu + B2B-E-Rechnung + regionale Fiskalisierung + europäische Entwicklungen (ViDA).
Die Pflege separater Integrationen für jede Regelung kann schnell zu technischem Mehraufwand, versteckten Kosten und operativer Reibung führen.
Internationale Softwareanbieter in Spanien: Schritt für Schritt zur Steuerkonformität
Wenn Sie ein internationaler ISV, ERP- oder POS-Anbieter sind und planen, Ihre Software in Spanien zu vertreiben, sollten Sie wissen: Die spanische Compliance ist kein „One-Size-Fits-All“-Modell. Neben nationalen Anforderungen wie Verifactu (Anti-Betrugs-Gesetz) und dem kommenden B2B-Rahmen (Crea y Crece Gesetz) gibt es regionale Systeme.
Im Baskenland ist TicketBAI obligatorisch und umfasst drei verschiedene regionale Finanzbehörden (Bizkaia, Gipuzkoa und Álava) mit jeweils eigenen technischen Nuancen. In Navarra wird NaTicket eigene Anforderungen einführen. Skalierung in Spanien erfordert daher mehr als nur eine einfache Integration: Sie erfordert eine Strategie, die nationale und regionale Vorschriften abdeckt und gleichzeitig zukunftssicher bleibt.
Um Risiken zu minimieren, sollten internationale Entwickler bei der Partnerwahl folgende Kriterien beachten:
- Wählen Sie einen Anbieter mit umfassender Dokumentation: Suchen Sie nach mehr als nur API-Endpunkten. Sie benötigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Praxisbeispiele und klare Szenarien für Sonderfälle.
- Validieren Sie die Einfachheit der Integration: Der richtige Partner sollte Ihnen helfen, mehrere spanische Regelungen (z. B. TicketBAI, NaTicket, Verifactu, B2B) abzudecken, ohne dass Sie Ihren Kerncode umschreiben müssen.
- Priorisieren Sie Expertise, nicht nur Technik: Ihr Partner sollte rechtliche Pflichten in praktische technische Entscheidungen übersetzen und Änderungen antizipieren.
- Achten Sie auf internationale Einsatzbereitschaft: Wählen Sie einen Partner, der Ihre Ingenieurteams in Ihrer Sprache unterstützen kann und Erfahrung in anderen europäischen Märkten hat.
fiskaly SIGN ES: Eine API für Verifactu, NaTicket und B2B-Compliance
Wir bei fiskaly unterstützen Softwareentwickler dabei, Compliance zu vereinfachen. Unsere Vision: Steuerkonformität sollte Sie nicht dazu zwingen, Ihre Software bei jeder Gesetzesänderung neu anzupassen.
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