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Fiskal-Beschleuniger bleiben rechtmäßig: Was sich mit der Einführung zertifizierter Software ändert

Fiskal-Beschleuniger bleiben rechtmäßig: was die Vorschriften zu zertifizierter Software für Corrispettivi ab 2027 vorsehen und wie nah der Übergang ist.

Eine Kundin bezahlt am Empfangstresen eines Friseursalons, an dem die Mitarbeiterin ein Tablet-Kassensystem nutzt.

Ab 2027 können die Corrispettivi telematici (elektronische Tageseinnahmen) in Italien auch über zertifizierte Software gespeichert und übermittelt werden, ohne elektronische Registrierkasse. Bis dahin bleiben Lösungen auf Basis von Beschleunigern rechtmäßig.

In den letzten Wochen kursieren Aussagen, die Beschleuniger als überholt oder nicht mehr konform darstellen. Wir schaffen Klarheit darüber, was die Vorschriften vorsehen, was sich ändert und wie nah der Übergang ist.

Was ist zertifizierte Software für Corrispettivi telematici?

Zertifizierte Software ist eine Lösung, die die täglichen Einnahmen speichert und an die Agenzia delle Entrate übermittelt und dabei die Sicherheit und Unveränderbarkeit der Daten gewährleistet, nachdem sie Zertifizierung und Zulassung durchlaufen hat. Rechtsgrundlage ist Art. 24 des Gesetzesdekrets 1/2024. Die technischen Regeln sind festgelegt in der Verfügung (provvedimento) Nr. 111204 vom 7. März 2025.

Die Architektur basiert auf zwei Komponenten:

  • PEM (Punto di Emissione, Ausgabepunkt): das Modul, das die einzelnen Vorgänge auf dem Gerät des Händlers erfasst. Jeder PEM wird bei der Agenzia delle Entrate registriert und aktiviert.

  • PEL (Punto di Elaborazione, Verarbeitungspunkt): das Modul, das die Daten von den PEM empfängt, verarbeitet, signiert und an die Agenzia delle Entrate übermittelt.

Neben dem Softwarehersteller entsteht eine neue Rolle: der Erogatore (Anbieter), der die Lösung vertreibt, den PEL betreibt und die PEM bei den Händlern aktiviert.

Wie erhält eine Software die Zertifizierung?

Keine Software darf sich „AdE-zertifiziert“ nennen, bevor sie ein strenges formelles Verfahren durchlaufen hat. Das sieht die Verfügung Nr. 111204/2025 vor:

  1. Zertifizierung: Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle prüft, ob PEM und PEL die technischen Spezifikationen und Sicherheitsanforderungen erfüllen.

  2. Zulassung (omologazione): Die Kommission für die Zulassung von Fiskalmessgeräten prüft die Lösung.

Hersteller müssen außerdem Zertifizierungen wie ISO 9001 und ISO 27001 aufrechterhalten.

Was ändert sich für Händler und POS-Anbieter?

Für Händler bedeutet zertifizierte Software:

  • ✅ keine physische elektronische Registrierkasse;

  • ✅ Ausstellung des Handelsbelegs (documento commerciale) per Software;

  • ✅ bis zu 12 Stunden tolerierte Verbindungsunterbrechung zwischen PEM und PEL.

Für Anbieter von POS- und Warenwirtschaftssoftware ändert sich das Geschäftsmodell. Es gibt zwei Wege: PEM und PEL selbst zertifizieren lassen, mit dem Zeit- und Kostenaufwand des gesamten Verfahrens, oder per API eine Lösung integrieren, die sich bereits im Zertifizierungsprozess befindet.

Die Position von fiskaly zur zertifizierten Software

fiskaly hält zertifizierte Software für die richtige Richtung für das italienische Steuerwesen. Der Wert des neuen Modells liegt in der Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle und der Zulassung durch die Kommission.

fiskaly nimmt an der Pilotphase der neuen Softwarelösungen für Corrispettivi teil, im Rahmen des Zertifizierungsprozesses von fiskaly SIGN IT, der Cloud-Lösung per API für die Übermittlung von Corrispettivi per Software. In der Zwischenzeit ist fiskaly SIGN IT lite verfügbar, eine Übergangslösung, die mit dem Portal Fatture e Corrispettivi arbeitet.

  1. Lösungen auf Basis von Beschleunigern, einschließlich SIGN IT lite, wurden von keiner offiziellen Stelle für rechtswidrig oder unzulässig erklärt. Die Antwort auf ein Auskunftsersuchen (Risposta a interpello) Nr. 413 vom 25. September 2020 ist nach wie vor das einzige formelle Dokument zu diesem Thema. Es gibt keinen anderen Akt der AdE, der sie für nicht konform erklärt oder Sanktionen für ihre Nutzung vorsieht. Aus regulatorischer und formaler Sicht hat sich nichts geändert, und SIGN IT lite wird selbstverständlich weiterhin genau so funktionieren wie heute.

  2. Vor allem war SIGN IT lite schon immer als Übergangslösung konzipiert. Das Auslaufen und eine künftige „Sperrung“ waren stets vorgesehen. Bei fiskaly waren wir uns dessen immer bewusst und stehen mit der AdE in Kontakt, um gerade über die künftige Abschaltung dieser Lösungen informiert zu bleiben. Die AdE hat uns direkt mitgeteilt, dass der Übergang erst nach der Zulassung der neuen Fiskallösung erfolgt, und nicht vorher. Diese Lösung befindet sich inzwischen in der Endphase der Zertifizierung und soll bis zum ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen.